7 Jahre Integration und Migration – die Erfolgsgeschichte des Wiker SV geht weiter

 

In der Wiker A-Jugend spielen 20 ausländische Jungs aus 10 Nationen

 

2015 war das, als ein kleiner Junge mich am Ärmel zupfte, während ich im Sommer auf unserem Sportgelände draußen auf der Terrasse saß und dem bunten Treiben auf dem Rasen zusah. „Fußballa spiela“ sagte er mir in fremdländisch klingendem aber unmissverständlichen Ton. Der kleine Knirps konnte kein Deutsch und ich nicht afghanisch. Aber Sport und speziell Fußball verbindet. Der Junge ist mittlerweile 18 Jahre alt und spielte 4 Jahre beim Wiker SV, bevor er zu einer klassenhöheren Mannschaft wechselte. Mittlerweile spricht er akzentfrei Deutsch, baut gerade sein Abitur und hat eine Aufenthaltsgenehmigung erhalten. Das ist jetzt über 6 Jahre her, und Mujib ist einer von vielen Erfolgsgeschichten, die ich als Mensch und Trainer miterleben konnte und an denen ich manchmal auch etwas mitschreiben durfte. Mujib erinnert sich:

"Die Zeit beim Wiker SV waren meine Anfänge hier in Deutschland.  Ich hatte eine tolle Zeit dort, habe viele Freunde aus verschiedenen Ländern kennengelernt und werde die menschliche Wärme, die mir und meiner Familie entgegengebracht wurde, in ewiger Erinnerung behalten. Mittlerweile besuche ich die 12. Klasse und werde 2023 mein Abitur (hoffentlich mit einem guten Notenschnitt) erreichen. Meine Familie und ich fühlen uns hier sehr wohl. Ich habe tolle Bildungsmöglichkeiten und kann mich in vielerlei Hinsicht entfalten. Nach dem Abi möchte ich dann in Richtung Wirtschaft studieren. Ob das alles ohne die Anfänge beim Wiker SV so gelaufen wäre, vermag ich nicht zu sagen. Es war jedenfalls eine unvergessliche Zeit!"

 

Das zurückliegende Jahr 2021 war für alle Vereine nicht einfach. Die Pandemie verhinderte nicht nur das Sportgeschehen, sondern auch das Vereinsleben, die täglichen Begegnungen, den Spaß miteinander, aus dem heraus zum Beispiel auch die Bereitschaft zum Ehrenamt erwächst.

 

Gerade in unserer A-Jugendmannschaft, in der der Anteil ausländischer Spieler extrem hoch ist, war es sehr schwierig, den Zusammenhalt zu gewährleisten. Viele Neuankömmlinge lebten isoliert, z.T. in Gemeinschaftsunterkünften, wo die Ansteckungsgefahr mit dem „Coronavirus“ besonders groß war. So fanden unsere Treffen per Video-Schalte statt, bis dann endlich wieder ein Training, anfänglich in kleinen Gruppen möglich war. Besonders deprimierend war für uns alle, dass der Spielbetrieb nach gerade mal 2 Spieltagen eingestellt werden musste. Bis dahin hatte unser internationales Team nach 2 Siegen 6 Punkte und 9:0 Tore erreicht.

 

Der Spielerkader der Wiker A-Jugend umfasst aktuell 28 Jungs aus 10 Nationen, darunter immerhin auch 8 deutsche Spieler. Scherzeshalber bezeichne ich mich selbst als Ausländer im Team. Und spätestens, wenn wir über die Landesgrenzen fahren, sind wir doch alle Ausländer, oder?

 

Es ist uns auch im 7. Jahr unserer Arbeit mit den Jungs aus Afghanistan, Gambia, Ghana, Irak, Jemen, Russland, Somalia, Tschetschenien und Türkei wichtig, sie zu integrieren, innerhalb der Mannschaft und innerhalb des Vereins, uns gegenseitig kennen- und verstehenzulernen. Nur so ist übrigens auch der sportliche Erfolg möglich. „11 Freunde sollt Ihr sein“, gilt auch heute noch im Amateurfußball. Wenn es gelingt, die verschiedenen Kulturen, Schicksale und Eigenarten zu vereinen, dann wird Integrationsarbeit im besten Sinne des Wortes geleistet.

 

Auch das Jugendamt in Kiel weiß, mit welcher Freude zum Beispiel unbegleitet nach Deutschland gekommene Jugendliche zum Wiker SV kommen und wie sich dort nicht nur um fußballerische Belange gekümmert wird. Zur Erfolgsgeschichte gehört zum Beispiel auch, dass in den zurückliegenden Jahren 11 Ausbildungsstellen vermittelt werden konnten. Dass wir bei Wohnungssuche, Arztbesuchen und Amtsangelegenheiten behilflich waren.

 

Die Integration der Jungs, die für uns auf Torejagd gehen, bleibt uns eine Herzensangelegenheit.

 

 

Migration und Pandemie

Seit es im Herbst 2021 absehbar war, dass wir von einer 4. Coronawelle heimgesucht werden würden, haben wir mit allen unseren Jungs in der A-Jugend über die Wichtigkeit der Impfung gesprochen. Welche einmalige Chance sie bietet, gesund zu bleiben, das Leben anderer zu schützen und am Leben teilzuhaben. Alle sind mittlerweile geimpft und/oder genesen. Auch das war uns für ein gutes Miteinander sehr wichtig.

 

Sportliche Ziele

Zum Zeitpunkt, als dieser Bericht geschrieben wurde, standen für unsere A-Jugendmannschaft noch 2 Punktspiele in der Kreisklasse A (Kiel), Saison 21/22 auf dem Plan. Nach 3 Spieltagen und 2 Siegen ist das Multi-Kulti-Team auf dem 2. Platz und hat die Chance, vor der Winterpause die Tabellenführung zu übernehmen.

 

Dass es also auch sportlich gut läuft, ist ein weiteres Indiz für die nachhaltige Integrationsarbeit beim Wiker SV. Und in diesem Sinne werden wir weiter arbeiten, denn in der großen Sportlerfamilie des Wiker SV sind alle Menschen gleich welcher Herkunft oder Hautfarbe herzlich willkommen.

 

Walter Teupe

Trainer A-Jugend

Wiker SV

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